Psychosomatik Kongress

Dr. med. Jean-Marie Schnyder

Chefarzt

Jaroslaw Dudczak

Stv. Chefarzt

Dr. phil. Marius Zbinden

Leiter Psychotherapie

 

Anrechenbare Credits

SAPPM 4.5 Credits 
SGAIM 4 Credits (beantragt)

Kosten

CHF 40.—
CH73 0076 5000 L016 6852 6
Luzerner Höhenklinik Montana
3963 Crans-Montana

Kongressprogramm und Anmeldung

Anmeldung

(M)ein Leben auf der Überholspur – Burnout und kein Ende, einfach besser schlafen können, Herzerkrankungen aus psychosomatischer Sicht in der heutigen Zeit, Krankheits- und Schmerzkonzepte von Migranten‘.

Vortragsreihe über Persönlichkeit und Psychosomatik

Donnerstag,  26. März 2020, 13:00 – 18:00 Uhr

Kultur- und Kongresszentrum Luzern, Europaplatz 1 (Terrassensaal, Niveau 5)


Das Zielpublikum sind vornehmlich Allgemein- und Hausärzte, aber auch psychosomatisch tätige Psychiater und Psychologen sowie weitere Fachpersonen, die an der Schnittstelle somatische und psychosomatische Medizin mit leidenden, im Praxis- und Therapiealltag schwierigen Patienten zu tun haben.

 

Matthias Burisch, Prof. Dr. phil., Burnout-Institut Norddeutschland (BIND)

'Burnout und kein Ende - Wenig Neues zu einem alten Thema'

Burnout, immer mal wieder für tot erklärt, nach ersten Fallstudien im Alten Testament nun auch von der WHO vorsichtig in Betracht gezogen, ist als Dauerbrenner der Psychopathologie bei guter Gesundheit. Aber gibt’s das überhaupt? Oder ist es nichts anderes als die altbekannte Depression? Oder eine „Modediagnose? Woran merkt man es? Woher kommt es? Und was kann man dagegen tun?

Der Vortrag wird anhand von Fallbeispielen Ätiologie, Symptomatik und Entwicklung des Syndroms beleuchten — und Auswege aufzeigen, auf Organisations- und individueller Ebene.


Björn Rasch, Prof. Dr. rer. nat., Departement für Psychologie, Universität Freiburg/Fribourg

'Einfach besser schlafen können … Kann ich meinen Schlaf beeinflussen?'

Schlaf ist essentiell für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Ein hoher Anteil in der Bevölkerung leidet unter Schlafstörungen, und dieser Anteil nimmt mit dem Alter zu. Schlaf­medikamente können zwar akut eine Linderung bringen, sind aber für die langfristige Behandlung eines gestörten Schlafs ungeeignet. In dem Vortrag wird  zunächst eine Einführung in den Schlaf und Schlafveränderungen gegeben und Ergebnisse aus dem Freiburger Forschungs­programm zu den Möglichkeiten der kognitiven Beeinflussung von Schlaf vorgestellt. In einem dritten Abschnitt werden die aktuellen Ergebnisse zu dem Zusammenhang zwischen Lernen, Gedächtnis und Schlaf präsentiert. Zum Abschluss wird das Potential der Einrichtung eines niederschwelligen Beratungsprogramms zum Schlaf diskutiert.


Roland von Känel, Prof. Dr. med., Universitätsspital Zürich, USZ

'Herzerkrankungen aus psychosomatischer Sicht in der heutigen Zeit'

Seit der Beschreibung des Typ-A-Verhaltens (Ehrgeiz, Ungeduld, Dominanzstreben etc.) als Ursache für den „Herzinfarkt des gestressten Managers“ vor über 50 Jahren, hat sich die Forschung zu Herz­erkrankungen im Zusammenhang mit psychosozialen Faktoren enorm entwickelt. Aufgrund der aktuellen Datenlage ist weitgehend unbestritten, dass z.B. Stress am Arbeitsplatz, Pflegestress durch Betreuung eines Ehepartners mit einer Demenzkrankheit, depressive Zustände und erhöhte Ärger­bereitschaft das Risiko für insbesondere einen Herzinfarkt erhöhen sowie die Prognose nach einem Infarkt verschlechtern können. Dass Herzerkrankungen per se als Stressoren erlebt werden können, und die bio-psychosozialen Folgen davon, ist eine relativ neue Erkenntnis. Neben einem durch Stress geförderten ungesunden Lebensstil und Erbfaktoren, erklären direkt Stress-induzierte biologische Mechanismen wie veränderte Stresshormonspiegel, Entzündungsvorgänge und aktivierte Blut­gerinnung diese Zusammenhänge. Psychosoziale Risikofaktoren und Stressoren können bspw. im Rahmen einer kardialen Rehabilitation systematisch erfasst und therapeutisch angegangen werden. Zusätzlich zur dadurch erwirkten wichtigen Verbesserung der Lebensqualität, gibt es Hinweise dafür, dass mit geeigneten psychosozialen Interventionen das Sterblichkeitsrisiko bei Patientinnen und Patienten mit einer Herzerkrankung signifikant reduziert werden kann. 


Sami Dalipi, Dr. med., FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Sursee

'Krankheits- und Schmerzkonzepte von Migranten'

Welches Krankheitsverständnis haben Patienten mit Migrationshintergrund, wenn sie etwa mit Schmerzen, einer Schmerzstörung oder Stressfolgekrankheit in eine Hausarztpraxis oder zum Psychiater kommen? Sind gängige Wissensvermittlung und somatische Therapien sachgemäss? Der Referent berichtet in seinem Vortrag, basierend auf theoretischen Guidelines, über seine praktischen Erfahrungen als Psychiater zu unterschiedlichen Problembereichen.