Geschichte

Pläne für ein Sanatorium hatte der Kanton Luzern bereits im Jahre 1901. Bis diese realisiert werden konnten, sollte es nochmals fünfzig Jahre dauern. Eine Abwertung des englischen Pfundes und der damit verbundene, möglich gewordene, Kauf einer bestehenden Klinik in Montana liess die Vision dann wahr werden. Die «Montana Hall», wie die Klinik bis zur Übernahme durch die Luzerner hiess, wurde 1930 nach Plänen des Architekten Bachmann aus Sitten erbaut.

Warum es von den ersten Plänen für ein Sanatorium bis zur effektiven Realisierung rund 50 Jahre dauerte? Das erzählen wir Ihnen in der spannenden Geschichte der Luzerner Höhenklinik Montana. 

Um Dinge zu bewegen braucht es Macher mit Visionen. Die Tuberkulose raffte um die Jahrhundertwende immer noch viele Menschen dahin. Anstatt dieser Krankheit ohnmächtig zuzusehen, gründete man im Kanton Luzern den Luzerner Lungensanatoriumsverein mit Dr. Gustav Nager als Präsidenten. Bis dann aber schliesslich ein Sanatorium unter Luzerner Flagge eröffnet werden konnte, brauchte es Schnauf und Durchhaltewillen.

1948 kaufte der Kanton Luzern ein altes Hotel in Arosa, mit dem Ziel dieses zum Sanatorium umzuwandeln. Man hat jedoch nicht mit der Gegenwehr der Aroser Bevölkerung gerechnet. Viele zähe Verhandlungsstunden später lag noch immer keine Einigung vor. Das Projekt wurde stillgelegt.

Alternativ zog man mögliche Standorte auf der Rigi oder im Entlebuch in Betracht. Studien zeigten aber, dass diese Regionen sich klimatisch nicht eignen. Wieder war guter Rat teuer. Des einen Freud, des anderen Leid, heisst es. Und tatsächlich: Die Abwertung des englischen Pfundes war ein Segen für den Kanton Luzern. Man konnte das Britische Sanatorium Montana am 5. Juli 1952 zu einem sehr attraktiven Preis erwerben.  

Nur wenige Monate später, am 31. März 1952, eröffnete man das «Luzerner Sanatorium». Noch kehrte nicht endgültig Ruhe ein. Immer wieder wurden Stimmen laut, die sich gegen das Sanatorium aussprachen. Der Grosse Rat des Kantons Luzern beschloss dann aber am 3. März 1964 einstimmig die Weiterführung und den Ausbau des Sanatoriums – zur grossen Freude der Kurgäste, die in «ihrem» Luzerner Sanatorium genesen durften. In den Jahren 1967 bis 1969 wurden Neu- und Umbauten in der Höhe von 2,3 Mio. Franken ausgeführt.

Mit dem Rückgang der Tuberkulose-Krankheit diversifizierte die Klinik. Immer mehr Patienten mit anderen Beschwerden fanden in der schönen Walliser Bergewelt zu ihrer Gesundheit zurück. Deshalb benannte man im Jahr 1969 das Sanatorium in «Luzerner Höhenklinik Montana». 

Im Jahr 1993 war die Klinik wieder ein Politikum und der 6. Juni sollte über das Weiterbestehen der Klinik entscheiden. Die Luzerner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprachen der Klinik ein klares Vertrauensvotum aus. Genau 100’000 Ja gegen 24’878 Nein-Stimmen entschieden, dass die Klinik saniert und weiterbestehen wird. Im Herbst 1997 wurden die umfassenden Aus- und Umbauten in der Höhe von 27 Millionen Franken abgeschlossen. 

Der Weg der Klinik war kein leichter. Und auch heute gilt: Prioritäten setzen, sich auf Wesentliches beschränken und den Betrieb trotzdem so führen, dass für die Patientinnen und Patienten das grösstmögliche Wohlbefinden entsteht. In der Luzerner Höhenklinik Montana begegnet man Patienten nicht nur auf medizinischer Ebene, sondern von Mensch zu Mensch. Das war 1951 so und diesen Anspruch pflegen wir noch heute. 

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