Chronische Bronchitis

Krankheit

Laut SAPALDIA-Studie* leiden rund 3 % der Schweizer Bevölkerung an chronischer Bronchitis. Fast alle sind regelmässige Raucherinnen oder Raucher. Der Zigarettenrauch führ bei 1 von 10 Personen zu dieser Erkrankung. Das bedeutet Zerstörung der Bronchialschleimhaut, Zerstörung der Bronchien und kleineren Luftwege sowie zunehmende schwere Atemnot. Sie ist eine Entzündungskrankheit der Bronchien und der Bronchialschleimhaut.

Diagnose

Neben einer ausführlichen Befragung hilft die Lungenfunktionsprüfung bei der Beurteilung von chronischer Bronchitis weiter. Dabei werden Lungenkapazität, Verengungen der Bronchien und der Widerstand in den Atemwegen gemessen. Oft ist auch eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) notwendig, damit das Ausmass der Zerstörung der Bronchien genau erfasst werden kann. Im Weiteren tragen Messungen von Sauerstoff, Kohlensäure und Kohlenmonoxid zur Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung bei.

Behandlung

Der wichtigste Behandlungsschritt besteht darin, mit dem Rauchen aufzuhören. Ohne diesen Grundsatzentscheid sind sämtliche Behandlungserfolge in Frage gestellt. Hilfe bietet dabei die von einem Psychologen geleitete Raucherentwöhnungsgruppe.

Mit Rauchen aufhören

Mit einer Inhalationstherapie können die Leiden  der chronischen Bronchitis deutlich gemildert werden. Die Medikamente zur Erweiterung der Bronchien erleichtern die Atmung, und neuere Medikamente zur Bekämpfung der Schleimhautentzündung versprechen eine langfristige Heilung von chronischer Bronchitis.

Für Patientinnen und Patienten mit schweren Formen von Bronchitis und Emphysem (Lungenüberblähung), die in Ruhe oder bei Anstrengung trotz maximaler Atmung zu wenig Sauerstoff erhalten, steht die Dauer-Sauerstoff-Therapie in verschiedenen Formen zur Verfügung. Sauerstoff als Betriebsstoff des Menschen hat in der eingeatmeten Luft einen Anteil von 21 %. Durch anreichern der Einatmungsluft mit Sauerstoff kann Linderung gebracht werden. Es gibt heute technische Möglichkeiten, Patientinnen und Patienten auch am Arbeitsplatz und unterwegs mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen (Flüssigsauerstoff).

Für schwer behinderte Patienten stehen auch Beatmungsgeräte zur Verfügung, die selbständig eingesetzt werden können und dem Körper zumindest nachts etwas Ruhe gönnen, indem sie genug Sauerstoff zuführen.

Alle diese Therapien werden in der LHM individuell angeboten. Dazu kommen Atemgymnastik, Entspannungsübungen und ein intensives körperliches Trainingsprogramm, damit der Patient mit seinen geringen Atemreserven optimal umgehen kann.

Eine Behandlung dauert je nach Schweregrad der Erkrankung zwischen drei und vier Wochen stationär. Es wird empfohlen, solche Behandlungen regelmässig durchzuführen.

Eine Behandlung hat aber nur dann einen Sinn, wenn mit dem Rauchen aufgehört wird!

 

* Schweizerische Studie Luftverschmutzung und Atemwegserkrankungen bei Erwachsenen

Vgl. Beiträge “Vom Rauchen zur Atemnot” und “Rauchstopp – aber wie?”