Marius Zbinden: “Drive in der Psyche”

Marius Zbinden

Dr. Marius Zbinden hat sich als Psychologe im Team der Luzerner Höhenklinik Montana bestens eingelebt. Er steht für die psychologische Seite der Therapie. Wobei sich gleich die Frage stellt: was tut man eigentlich auf dieser Seite?

Der 1964 geborene zweisprachige Freiburger lebt in Düdingen FR. Er hat an der Universität Fribourg promoviert, ist heute Psychologe FSP, wobei FSP den wissenschaftlich-praxisrelevanten Hintergrund der “Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen” aufzeigt. Seit Ende 2017 ist er zertifizierter Fachpsychologe für Psychotherapie FSP. Er hat sich auch laufend weitergebildet, Vorträge gehalten, einiges publiziert und an herausfordernden Stellen sein Können unter Beweis gestellt. Ein Vollblutpsychologe also, der weiss, was abgeht, wenn er sich mit Patienten austauscht, der sich auch, ressourcenorientiert, für den Menschen und seine Geschichte interessiert .

Aber ob aus Sicht des Patienten der psychologische Ansatz so ohne weiteres als bedeutungsvoller Weg erscheint? Weiss dieser, dass die psychologische Seite von ihm recht viel Engagement und Durchhaltevermögen verlangt, jedenfalls mehr, als er wohl beim Klinikeintritt erwartet hatte?

 

Eintritt durch die “medizinische Pforte” 

Marius Zbinden weiss es: “In allererster Linie wird die Bewältigung insbesondere von komplexen, chronischen Gesundheitsproblemen gerne nach aussen delegiert. Der Patient dringt auf die medizinische Situation, auch auf eine medizinische Therapie”.

Man betritt also zuerst die “medizinische Pforte” und geht dann “auch noch” zum Psychologen. Der aber setzt auf Informations- und Wissensvermittlung, dann auch auf mögliche Eigenverantwortung, und noch besser: auf noch zu verbessernde Fähigkeiten des Patienten, etwa auch seine persönliche Psychohygiene und Entspannungsfähigkeit deutlich und weitreichend zu verbessern, um Schwierigkeiten im Umgang mit chronischen Krankheiten zu meistern.

Etwa am Beispiel Schmerz erkennt man die Verbindungen zwischen “Psycho-” und “somatik”, den Zusammenhang zwischen Schmerzzentren und Emotionszentren. Im Gedächtnis geweckte, biographische und frühere Erfahrungen mit vielerlei Symptomen bilden hierbei, als zurückliegende Assoziationen, verstärkte zentralnervöse, sensorische Übersensitivitäten (sog. chronische Schmerzzustände) aus. Spannend und hochaktuell, aber immer wieder herausfordernd, dem Betroffenen ebendiese Zusammenhange und Mechanismen verständlich und entsprechend seinen eigenen Erfahrungen zu vermitteln. „Hierbei kann ich auch auf  mein erfahrenes, motiviertes und fachlich breit abgestütztes Team zählen“, weiss Zbinden.

 

Hilfe zur Selbsthilfe 

Die wissenschaftliche Psychologie und Psychotherapie verfügt heute über ein breites und vielschichtiges Repertoire an Interventionen, multimodal und interdisziplinär abgestützt, zweckmässig und wirksam. In diesem Sinne möchte Marius Zbinden die sich dadurch ergebenden Chancen für psychosomatische Patienten noch stärker ins Bewusstsein der verschiedenen Zuweiser bringen. Und ihren Patienten einen – den zu erwartenden Veränderungsprozessen entsprechenden – Aufenthalt in atemberaubender Natur des Walliser Hochplateaus ermöglichen.

Marius Zbinden will dran bleiben, und er will sein Fach als gewichtigen Faktor einbringen. Wenn es ihm gelingt, dem Patienten Kompetenzen zu vermitteln, wird dieser den Wert seines eigenen Beitrages am Therapieerfolg erkennen. “Die Beteiligten bieten ihm – nicht selten eine neue Erfahrung für den Betroffenen – Hilfe zur Selbsthilfe”. Deshalb war der Patient nach Montana gekommen: um aus eigener Kraft, optimal unterstützt und geleitet, langfristig auf einem neuen Weg voranzukommen.

Will heissen: es werden beim Patienten neue Formen von Bewältigungsmustern etabliert, die letzten Endes nachhaltiger wirken, somit auch präventiv für spätere Situationen. “Das bringt Drive in die Psyche, im besten Sinne des Wortes”, weiss Zbinden.

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