Psychosomatik – verlorene Kunst des Heilens

Dudczak zur Psychosomatik

Wenn Jaroslaw Antoni Dudczak, Stellvertretender Chefarzt der LHM, von Psychosomatik spricht, meint er die Reaktivierung einer “verlorenen Kunst des Heilens”. Was er anstrebt, ist eine Brücke zwischen psychischen Erkrankungen und organischen. Und er beruft sich dabei auf Erkenntnisse aus alter Zeit.

Mit grossem Spezialwissen kümmern sich Ärzte neben Sozialarbeitern und jenen, die Dudczak mit Augenzwinkern als “Entertainer” oder “Pyrotechniker” bezeichnet, um den Patienten. Diesen Patienten sieht er als Einheit, in der es immer (!) Wechselwirkungen zwischen psychischen und organischen Phänomenen gibt. Es existiert, wie er sagt, nie eine Erkrankung, die sich isoliert in diesem oder jenem Bereich entwickelt. Geben die genannten Spezialisten ihre Empfehlungen ab, wird es den Patienten stark irritieren. “Ich bin deshalb der Überzeugung, dass man trotz der Fortschritte in der Medizin nie vergessen darf, dass man nicht auftrennen darf, was im Patienten zusammenwirkt.”

“Es ist zwar einfacher, sich auf ein einziges Problem zu konzentrieren. Aber wer sich auf einen Baum beschränkt, wird den Wald nicht mehr sehen.” Die Disziplinen gehören zusammengeführt, und – sehr wichtig: “Der Patient kann selber einiges leisten und das soll er auch. Er trägt sogar die letzte Verantwortung dafür.”

Hier zitiert der erfahrene Arzt sein Lieblingsausspruch von Voltaire: “Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken so lange bei Stimmung zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.” Dieser Spruch hängt in Dudczaks Büro.

Dem ganzheitlichen Prinzip will er in der LHM zum Durchbruch verhelfen, auch mit neu angelegten Therapien. Dudczak denkt an Kunsttherapie, an Musik- und Klangtherapie. Es gibt viele Möglichkeiten sich auszudrücken, die will er voll ausschöpfen, wobei er an die Individualität des Patienten denkt. Es gibt keine universelle Allerweltsmethode. Jeder Patient braucht einen ihm angemessenen Weg.

Eine Patientin überliess ihm ihre Bilder, die ihr bei der Genesung weitergeholfen hatten, indem sie die Situation bewusst machten. Auch die hängen in Dudczaks Büro. Was ihn täglich in Erinnerung ruft: “Wir begleiten den Patienten. Wesentlich ist der Patient selber.”

Separates Porträt von Jaroslaw Antoni Dudczak

 

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